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Gesunde Tipps für den Darm als "Hebel" für gute Laune

Gesunde Tipps für den Darm als "Hebel" für gute Laune  - lebexund.jetzt
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Mikrobiologin Eva Hoffmann-Gombotz erklärt, wie wir aus dem Bauch heraus unsere
Stimmung heben.

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Die promovierte Mikrobiologin und Yogalehrerin Eva Hoffmann-Gombotz sorgt für ein gutes Bauchgefühl. Viele Jahre forschte sie an der Medizinischen Universität in Graz, bis sie vor zehn Jahren die Fronten wechselte. Seither widmet sie sich der Darmgesundheit und gilt in ihrem Umfeld als „Die Darmfloristin“. Wie wir aus dem Bauch heraus unsere Stimmung heben und zugleich das Immunsystem stärken.

Sie beschäftigen sich mit dem Tabuthema Darm.
Was fasziniert Sie an diesem Organ?

Der Darm wird völlig unterschätzt. Er kann nämlich viel mehr, als nur Nahrung verdauen. Mit einer Länge von rund 8 Metern und einer Fläche von rund 400 Quadratmetern übernimmt er eine Vielzahl von essenziellen Aufgaben. Der Darm wiegt permanent ab: Wer ist Freund und wer ist Feind? Was nährt mich, was nehme ich auf? Und was brauche ich nicht, was schadet mir – das scheide ich aus.
Die jüngste Wissenschaft zeigt deutlich: Der Darm hat in Bezug auf unsere Gesundheit überall seine Finger im Spiel. Eine wichtige Rolle spielt hier natürlich unser Darmmikrobiom. Als Mikrobiologin sind diese bakteriellen Mitbewohner für mich besonders spannend.


Dr. Eva Hoffmann-Gombotz, www.mittelpunkt-darm.at

Welchen Einfluss hat der Darm auf unsere Gesundheit?

Die Immunabwehr hängt fest mit dem Mikrobiom zusammen: Wenn die Barriere gegen schädliche Bakterien nicht oder teilweise vorhanden ist, können Toxine in den Körper eindringen und Krankheiten wie Entzündungen oder chronische Erkrankungen verursachen. Zudem passieren rund 80 Prozent unserer Stoffwechselprozesse im Darm. Rund 20 Hormone werden dort gebildet.
Aktuelle Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen bakterieller Fehlbesiedelung und der Entstehung des metabolischen Syndroms sowie mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen. Der Darm – bzw. diese Dysbiose – kann jedoch auch die mögliche Ursache für die Entstehung von Ängsten oder Depressionen sein. Die Forschung belegt hier den Einfluss unseres Darms beziehungsweise einer dysbiotischen Mikroflora.

Was versteht man unter einer Dysbiose?

Ein „Zuviel“ an schädlichen Keimen und den Verlust von jenen Bakterien, die wir dringend benötigen. Kommt es hier zu einer Fehlbesiedelung, hat das Konsequenzen: Wir fühlen uns energielos, sind infektanfällig und unsere Stimmung ist auch im Keller. Bedeutet das, dass die richtigen Darmbakterien für gute Laune sorgen? Genau. Der Darm und das Gehirn kommunizieren unentwegt miteinander. Dem Gehirn bleibt zu keiner Sekunde im Verborgenen, was im Darm passiert. Gelingen kann das über unsere Hormone, über Botenstoffe des Immunsystems, aber auch über die Darmbakterien selbst.

Auch Serotonin, also das Glückshormon, wird vom Darm
freigesetzt.
Eva Hoffmann-Gombotz

Denken wir an die gute Laune, dann ist der Darm beispielsweise dafür zuständig, Serotonin, also Glückshormone, und Dopamin freizusetzen. Dies beeinflusst unser Verhalten und unsere Stimmungslage. Darum ist es so wichtig, die richtigen Darmbakterien zu beheimaten bzw. die eigene Darmflora zu hegen und zu pflegen.

Wie verwöhne ich meinen Darm?

Unser Darm braucht Pro- & Präbiotika. Er braucht eine Fülle an Nährstoffen, guten Fette und Ölen. Er mag pflanzenbasierte Kost. Abwechslungsreich, nach dem Motto: „Iss den Regenbogen!“ Der Darm braucht aber auch Ruhepausen (intermittierendes Fasten), eine tiefe Atmung, Wasser und Bewegung.
Was gilt es im Sinne der Darmgesundheit zu vermeiden?
Stress. Dieser verändert das Mikrobiom nachteilig und führt zu Entzündungen. Aber auch Bewegungsmangel ist ein großes Thema unserer Zeit. Der Gebrauch von Medikamenten, die Antibiotika. Fast Food. Zuckerhaltige Getränke. Zu viel Zucker im Allgemeinen.

Ist es deshalb sinnvoll, Yoga für den Darm zu praktizieren?

Auf jeden Fall. Wenn wir im Dauerstress sind, ist unser Nervensystem in Alarmbereitschaft. Unser Körper glaubt, wir laufen um unser Leben. Für diese Flucht benötigen wir mehr Blut in den Armen und den Beinen. Auch im Herzen. Der Darm schaut da durch die Finger. Entzündungen sind die Folge. Eine Veränderung des Darmmikrobioms die Konsequenz. Über Yoga können wir den Vagusnerv, den 10. Gehirnnerv, der unseren Körper durchwandert, stimulieren – wir kommen zur Ruhe und in unsere Mitte.
Yoga hilft uns, mehr Bewegung in den Bauch zu bringen. Faszien werden besser befeuchtet, der Lymphfluss angeregt. Regelmäßige Atemübungen verbessern die Symptomatik eines Reizdarms. Darum lade ich jeden, der stressbedingte Verdauungsprobleme und Bauchschmerzen hat, dazu ein, „Yoga für den Darm“ auszuprobieren.
Ein gutes Bauchgefühl kann ich garantieren.

Drei  schnelle Tipps für einen gesunden Darm

1. Essen Sie mehr Probiotika, entweder aus der Speisekammer (Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, Miso oder Sauerteigbrot) oder der Apotheke. (Lebende Organismen, die sich auch im Darm ansiedeln können und eine nachgewiesene Wirkung haben).

2. Essen Sie mehr Präbiotika: Zwiebel, Knoblauch, Spargel, Chicorée, Kartoffeln, Hafer, Äpfel, Johannisbeeren, Blaubeeren, Süßkartoffeln, Leinsamen, Chiasamen, Avocados, Walnüsse.

3. Gönnen Sie sich und Ihrem Darm eine Auszeit – im Wald oder auf der Yoga- matte. Ab 30. Oktober bietet Eva Hoffmann-Gombotz einen Online-Kurs „Yoga für den Darm“ an. Über vier Wochen hinweg, jeweils am Montag von 18 bis 19 Uhr, gibt es eine Portion gutes Bauchgefühl.

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Mehr Infos unter:
www.mittelpunkt-darm.at

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