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Worauf Sie in Sachen Parodontitis achten sollten

Worauf Sie in Sachen Parodontitis achten sollten - lebexund.jetzt
AdobeStock/Yakobchuk Olena

Thema Zahn und Zahnfleisch: Was hinter der gar nicht harmlosen Parodontitis steckt und welche Symptome Sie ernst nehmen sollten.

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Parodontitis: Was genau passiert dabei im Mund?

„Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnfleisches und des Knochens, in dem der Zahn steht“, erklärt Zahnarzt Georg Bertha. Verantwortlich dafür seien aggressive Bakterien, die sich im Zahnbelag vermehren. Der Körper versucht, sich gegen diese Bakterien zu schützen, zerstört bei der Abwehrreaktion aber auch den Knochen. „Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung voran“, sagt Bertha. Die Bakterien vermehren sich, der Knochenschwund schreitet voran, bis sich der Zahn lockert. Am Ende steht der Verlust des Zahnes.

Ist jede Veränderung des Zahnfleisches (rote Stelle, Bluten) schon Parodontitis?

„Es sollte jede blutende Stelle am Zahnfleisch beobachtet werden“, sagt Bertha. Oberflächliche Zahnfleischentzündungen klingen bei richtiger Mundhygiene wieder ab. Aber: „Je länger eine Zahnfleischentzündung unentdeckt bleibt, desto größer das Risiko, dass der Knochen schwindet.“ Meist beginnt die Entzündung an den Mahlzähnen. In der Folge entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich die Keime einnisten und die durch das normale Putzen zu Hause nicht mehr erreicht werden. „Je tiefer die Zahnfleischtasche, desto aggressiver die Keime und desto schwieriger zu behandeln“, sagt Bertha.

An welchen Symptomen erkenne ich die Parodontitis?

Zahnfleischbluten, der Schwund des Zahnfleisches und eine Lockerung der Zähne: Das sind die Anzeichen einer fortgeschrittenen Parodontitis. Das Hauptsymptom, die Zahnfleischtasche mit Knochenschwund, könne man nur bei einer zahnärztlichen Routineuntersuchung feststellen, sagt Bertha: Mit einem Schnelltest könne der Zahnarzt Zahnfleischtaschen von einer Zahnfleischentzündung unterscheiden.

Was kann ich selbst für mein Zahnfleisch tun?

Die gründliche Mundhygiene mit der Zahnbürste ist laut Bertha der wichtigste Faktor, um sich vor der Parodontitis zu schützen. Ebenso wie regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt, eine gesunde Ernährung und: nicht rauchen!

Warum gilt Parodontitis als Erkrankung des ganzen Körpers? Welche Konsequenzen sind möglich?

Wird eine Parodontitis nicht behandelt, können sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen. „Die Entzündungsstoffe können eine Vielzahl von Krankheiten beeinflussen oder sogar auslösen“, sagt Bertha. Dazu zählen Diabetes, Atherosklerose („Arterienverkalkung“), Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenentzündung oder rheumatische Erkrankungen.

Welche Rolle spielt Parodontitis in der Schwangerschaft?

Leidet eine werdende Mutter an Paradontitis, ist das ein erhöhtes Risiko für das ungeborene Baby: Durch die Entzündung können Wachstumsstörungen oder eine Frühgeburt ausgelöst werden. „Daher sollte man vor einer geplanten Schwangerschaft zur zahnärztlichen Kontrolle“, sagt Bertha.

Wie sieht die Therapie der Parodontitis aus?

Da die Bakterien in der Tiefe der Zahnfleischtasche weder mit der Zahnbürste noch durch Spüllösungen zu erreichen sind, braucht es spezielle Instrumente für die Therapie (Ultraschall, Pulverstrahl) – damit wird der „Biofilm“ aufgebrochen. Das geschieht im Rahmen der Parodontitisbehandlung beim Zahnarzt. Zusätzlich muss das Behandlungsergebnis durch die richtige Mundhygiene zu Hause erhalten werden.

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Quelle: Kleine Zeitung/Sonja Saurugger

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