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Fragen an die Expertin rund um die Schwangerschaft

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Was bedeutet eine Schwangerschaft für den Körper werdender Mütter? Was soll und darf man während einer Schwangerschaft essen? Was sollte man aus gesundheitlichen Gründen nicht zu sich nehmen? Wir haben bei PD FÄ Dr. Karoline Mayer-Pickel von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Graz nachgefragt.

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Wie viel nimmt eine Frau im Schnitt bei einer Schwangerschaft zu?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, erklärt Karoline Mayer-Pickel von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Graz. Das hängt stark von dem Gewicht der Frau vor der Schwangerschaft ab. Allgemein könnte man bei zwölf bis 15 Kilo von einer durchschnittlichen Gewichtszunahme sprechen.

Wie wirkt sich das Essverhalten während der Schwangerschaft auf die Entwicklung des Babys aus?

Das Um und Auf stellt eine ausgewogene Ernährung dar. Eine einseitige Ernährung, die vorwiegend ungesund ist, kann sich negativ auf die Entwicklung des Kindes sowie der Mutter auswirken. Auf Süßes sollen werdende Mütter ebenfalls weitgehend verzichten. Weißmehlhaltige Produkte wie z. B. industriell hergestellte Nudeln, Brotlaibe oder Kekse sollten eher vermieden werden.

Welche Stoffe braucht das Kind für die Entwicklung während der Schwangerschaft?

ANTWORT: Die wichtigsten Nährstoffe stellen Vitamine dar – diese kann der Körper nämlich nicht selbst produzieren. Essenziell sind Vitamin A, B, C und K. Normalerweise kann der Körper über eine ausgewogene Ernährung genügend Vitamine aufnehmen. Frauen wird trotzdem empfohlen, schon früh in der Schwangerschaft oder bereits auf einen Kinderwunsch hin zusätzlich Präparate einzunehmen. Diese werden von Gynäkologinnen und Gynäkologen verschrieben und liefern dem Körper die nötigen Nährstoffe.

Wie äußern sich hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft und wie wirken sich diese auf den Körper der Frau aus?

Die zwei wichtigsten Schwangerschaftshormone stellen Östrogen und Progesteron dar. Östrogene fördern die Durchblutung und damit das Wachstum der Gebärmutter und Brust. Progesteron bereitet die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vor und sorgt dafür, dass sie aufrechterhalten wird. Das Hormon beruhigt schwangere Frauen mit seiner stimmungsaufhellenden Wirkung.

Wann ist eine Frau nach der Entbindung vollständig regeneriert?

Laut Karoline Mayer-Pickel haben sich in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Geburt die Gebärmutter sowie Wassereinlagerungen vollständig rückgebildet. Auch der Hormonhaushalt sollte nach dieser Zeit wieder einpendelt sein. Große Unterschiede in der Regeneration zwischen einer Kaiserschnittgeburt und einer natürlichen gibt es normalerweise nicht. Nach einem operativen Eingriff im Bauchbereich sollte die Frau jedoch mindestens vier Wochen auf anstrengende körperliche Tätigkeiten wie Sport verzichten.

Wann kann man wieder mit Sport beginnen?

Auch damit empfiehlt es sich, sechs Wochen bis zum ersten Frauenarztbesuch zu warten. In den ersten Lebenswochen des Kindes sind lange Spaziergänge ohne große körperliche Anstrengung ideal. Danach kann man das gewohnte Sportprogramm langsam wieder fortführen. Kleine Laufrunden oder Schwimmeinheiten bieten sich anfangs an. Das Bauchmuskeltraining sollte man erst vier Monate nach der Geburt wieder aufnehmen.

Mindestens zwölf Wochen sollte man sportlich nach einer Kaiserschnittgeburt aussetzen.

Sind Diäten während und kurz nach einer Schwangerschaft sinnvoll?

Gegen Diäten ist grundsätzlich nichts einzuwenden, doch auch hier gilt, die richtige Balance zu finden. Schwangere haben einen erhöhten Energieverbrauch und damit einen höheren Kalorienbedarf. Intervallfasten – einen Tag essen, einen Tag fasten – wäre demnach nur schwer möglich und riskant für das Baby. Eine Low-Carb-Diät sollte kein Problem darstellen.

Frauen können sich problemlos vegetarisch oder vegan ernähren. Berücksichtigt muss jedoch werden, dass gewisse Vitamine in Fleisch und Milchprodukten enthalten sind. Im Falle einer fleischlosen Ernährung müssen diese auf eine andere Weise aufgenommen werden.

Was ist dran an dem Mythos, dass Schwangere "für zwei" essen sollten?

Dass schwangere Frauen für zwei essen sollen, ist ein Mythos – zumindest wenn damit gemeint ist, dass sie die doppelte Menge essen müssen. Lediglich 250 Kilokalorien mehr pro Tag braucht eine Schwangere, das entspricht einem Stück Vollkornbrot mit Schinken, Käse und Gemüse. Vielmehr sollten sich Schwangere qualitativ doppelt so gut ernähren: Der Eisenbedarf verdoppelt sich, auch der Folsäurebedarf ist deutlich höher. Daher sollten Schwangere auf besonders nährstoffreiche Lebensmittel setzen.

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Quelle: Kleine Zeitung/Marieke Hojak

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